Run Time Anomaly

von Simon Steen-Andersen feat. Sasha Waltz & Guests Jugendtanzcompany

Photo: Simon Steen-Andersen

Dauer: 70 Min.

Sa., 8. Nov.20:00 Uhr

Akademie der Künste / Studio

Hanseatenweg 10, 10557

So., 9. Nov.18:00 Uhr

Akademie der Künste / Studio

Hanseatenweg 10, 10557

Konzept, Regie, Co-Choreografie, Sound und Video:
Simon Steen-Andersen
Choreografie und Co-Regie:
Wibke Storkan und László Sandig
Tänzerinnen und Tänzer:
Jugendtanzkompanie von Sasha Waltz & Guests


In Kooperation mit:
Akademie der Künste und Sasha Waltz & Guests
Auftrag und Produktion: Voices Berlin Festival

Gemeinsam mit der Jugendtanzkompanie Sasha Waltz & Guests besetzen Simon Steen-Andersen, Wibke Storkan und László Sandig temporär das ikonische Akademie-der-Künste-Gebäude am Hanseatenweg, um direkte Formen der Interaktion zwischen Bewegung, Körper, Klang, Video und Bühne zu erkunden – ebenso wie neue Perspektiven auf die physischen Eigenschaften der Architektur.

Die während des Prozesses gewonnenen Erfahrungen werden dokumentiert und mit einer eher fantastischen Erzählung verflochten – einer heterogenen Gruppe junger Menschen folgend, die sich durch eine verlassene, fremdartige Struktur bewegt, in der andere Naturgesetze gelten und sich Tore zu traumgleichen Parallelwelten öffnen.

Das Ergebnis ist eine Live-Performance, in der die jungen Tänzerinnen und Tänzer eine Bühne betreten, die sich in diese transformierten Räume hinein erstreckt und ein Spiel zwischen verschiedenen Realitätsebenen eröffnet – begleitet von einer Soundscape aus verstärkten Bewegungen, Subfrequenzen, die Körper und Gebäude erzittern lassen, Fragmenten archivierter elektronischer Musik, die vor Ort komponiert wurde, filmischen Genretexturen und den Lieblingsklängen der Tänzerinnen und Tänzer.

Die Kinder- und Jugendtanzkompanie von Sasha Waltz & Guests wurde 2005 von Sasha Waltz ins Leben gerufen. Ihr Schwerpunkt liegt nicht nur auf der tänzerischen Ausbildung, sondern auch auf der Erforschung der individuellen Körperlichkeit, Kreativität, des gegenseitigen Austauschs und der Empathie. Run Time Anomaly eröffnet nicht nur neue Perspektiven auf Düttmanns Bau von 1960, sondern zeichnet zugleich das Porträt einer kleinen Gemeinschaft junger Menschen, die jeweils unterschiedliche Wege und Beziehungen zum Tanz mitbringen.

Run Time Anomaly knüpft an Konzepte aus „Run Time Error“ (2009–…) an – einer fortlaufenden Serie von Klangparcours von Simon Steen-Andersen, gefilmt an markanten Orten und ausschließlich mit vor Ort gefundenen oder mit dem jeweiligen Ort eng verbundenen Elementen gestaltet. Architektur wird hier zur Protagonistin, zum Instrument, zur Szenerie und zur kompositorischen Form.

Mitwirkende

simon steen-andersen

Komponist, Regisseur

Simon Steen-Andersen (geb. 1976, Dänemark) ist ein in Berlin lebender Komponist und Regisseur, der mit einem transdisziplinären Ansatz an musikalische Performance und Theater arbeitet. So entstehen Werke, die sich zwischen den Kategorien Musik, Performance, Theater, Choreografie und Film bewegen. Er studierte Komposition bei Rasmussen, Spahlinger, Valverde und Sørensen in Aarhus, Freiburg, Buenos Aires und Kopenhagen zwischen 1998 und 2006. Seit 2016 ist er Mitglied der Akademie der Künste in Berlin und seit 2018 der Königlich Schwedischen Musikakademie.

Steen-Andersen erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Reumert-Preis (2024), den Carl-Preis (2024, 2020, 2015), den SWR-Orchesterpreis (2019, 2014), den Mauricio-Kagel-Musikpreis und den Siemens-Kompositionspreis (2017), den Musikpreis des Nordischen Rates (2014), den Carl-Nielsen-Ehrenpreis und den Kunstpreis der Berliner Akademie der Künste (2013), den 1. Preis des International Rostrum of Composers (2010) sowie den Kranichsteiner Musikpreis (2008) und ein DAAD-Berlin-Künstlerstipendium (2010).

sasha waltz & guests jugendtanzcompany

Tanzkompanie

Die Tanzkompanie Sasha Waltz & Guests wurde 1993 von Sasha Waltz und Jochen Sandig in Berlin gegründet. 2005 wurde die Kinder- und Jugendtanzkompanie von Sasha Waltz ins Leben gerufen. Der Schwerpunkt der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen liegt nicht nur auf der tänzerischen Ausbildung, sondern auch auf der Erforschung der individuellen Körperlichkeit, Kreativität, des gegenseitigen Austauschs und der Empathie. In regelmäßigen Trainings unter der Leitung von erfahrenen Tänzer:innen der Compagnie Sasha Waltz & Guests werden die jungen Tanzenden in vier nach Alter gestaffelten Gruppen individuell gefördert, erkunden ihr eigenes Bewegungsrepertoire, das tänzerische Zusammenwirken mit anderen, und entwickeln eigene Tanzstücke, die sie vor Publikum zur Aufführung bringen. An „Run Time Anomaly“ sind Mitglieder der ältesten Gruppe beteiligt.

lászló sandig

Tänzer, Choreograf

László Sandig (*1997) ist Improvisations-Künstler, freischaffender Tänzer und Choreograf in Berlin. Er ist an diversen Produktionen von Sasha Waltz & Guests beteiligt (u.a. "Dido & Aeneas", "Sacre", "rauschen", und "In C") sowie an Projekten mit David Zambrano, Konrad Amrhein und Wibke Storkan. Er interessiert sich für Improvisation und Instant-Compositon, für das spontane Spiel innerhalb der Spezifität des gegenwärtigen Moments.2024 wirkt er bei dem Stück „Spiegelneuronen“ mit, einer Kollaboration zwischen Sasha Waltz & Guests und dem Theaterkollektiv Rimini Protokoll unter der Leitung von Stefan Kaegi. Seit 2024 kuratiert er die partizipativen Formate “Open-Studio”, “CoinciDance” sowie „Open Studio:Stage“ von Sasha Waltz & Guests und ist als Trainer in der Kinder-und Jugendtanzcompany von Sasha Waltz & Guests tätig. Außerdem leitet er die regelmäßigen "In C Jams" von Sasha Waltz & Guests.Er hat einen Bachelor in Philosophie und Sozialwissenschaften an der Humboldt Universität zu Berlin abgeschlossen und interessiert sich für die Integration von Politischer Intersektionaler Philosophie und Kritischer Theorie in die Tanzpraxis.

wibke storkan

Tänzerin, Choreographin

Wibke Storkan (*1994) ist Tänzerin, Choreografin, Tanzvermittlerin und Tanz-/Bewegungstherapeutin in Berlin. In ihrer Arbeit verwebt Wibke verschiedene Methoden der Körperarbeit mit künstlerischen und therapeutischen Praktiken und konzentriert sich auf den Körper als kraftvolles Medium, dessen Ausdruck, Potenzial für Heilung und gesellschaftspolitische Aspekte.

Wibke Storkan studierte zeitgenössischen Tanz am Königlichen Konservatorium Artesis in Antwerpen (BE) und schloss ihr Masterstudium in Tanz-/Bewegungstherapie an der SRH Heidelberg (D) ab.

Wibke Storkan ist als freie Tänzerin in zahlreichen Projekten tätig und arbeitet u.a. mit Sasha Waltz & Guests, Rimini Protokoll / Stefan Kaegi, Sophia Seiss, Saskia Oidtmann, Yotam Peled, Theater Strahl Berlin, Florian Bilbao und Judith Sánchez Ruíz. Außerdem engagiert sich Wibke in verschiedenen Gemeinschafts- und Bildungsprojekten und arbeitet mit jungen Menschen in unterschiedlichen Kontexten. Nach mehreren Jahren als aktiver Teil des TanzZeit-Künstlerpools leitet Wibke seit 2023 die älteste Gruppe der Jugendtanzcompany von Sasha Waltz & Guests und entwickelte mit ihnen das Stück "NEXUS", das im Juni 2024 im Radialsystem uraufgeführt wurde. Außerdem ist ihre choreografische Arbeit für „Mein Herz dein Bunker – 290 BPM“ (Regie: Paula Thielecke) seit 2023 an den Kammerspielen des Deutschen Theaters/DT jung* zu sehen.

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Run Time Anomaly — Voices Berlin Festival