Forever Lost

von Yulia Arsen

PHOTO: Mila Ovcherenko

Dauer: 120 Min. mit Pause

Do You Really Wanna Live Forever

Konzept, Performance: Yulia Arsen
Sound: Wassily Bosch
Outside Eye: Anna Kozonina
KostĂĽme: Masha Mirzoian

Utrennik

Konzept, Performance: Yulia Arsen
Sound, Musikalische Kuratierung: Wassily Bosch
Sound: Natalya Petrikowa
Sound, Design: Pavel Pakhomov
Performer: Asya Ashman
Video: bottom escape
KostĂĽme: Masha Mirzoian
Installation, Performance:
Oleg Eliseev und Jenya Kukoverov (EliKuka)
Outside Eye: Anna Kozonina

Produktion: Bedroom Community Association

Koproduktionen: Théâtre de Vanves, Point Ephémère x cheville, Voices Berlin, Site Art Projects, Deutsch-Französischer Fonds Transfabrik für Darstellende Künste

Residenzen: Les SUBS, La Briqueterie CDCN, Atelier de Paris CDCN, Théâtre de Vanves, Point Éphémère

Forever Lost: Nostalgic Series of Lost Futures ist ein interdisziplinäres zweiteiliges Projekt, das Nostalgie, geisterhafte Zukünfte und kollektives Gedächtnis durch das Prisma unheimlicher postsowjetischer Rituale untersucht.

Der erste Teil ist die Solotanzperformance Do You Really Wanna Live Forever, geschaffen von der Choreografin Yulia Arsen in Zusammenarbeit mit dem experimentellen Musiker Wassily Bosch, in der Bewegungen an Volkstanz, die Ästhetik sowjetischer Sportpropaganda und durch billigen Drogenkonsum geformte Körperhaltungen erinnern. Diese prallen auf fragmentierte Klanglandschaften – verzerrte Popsongs, Umgebungsgeräusche und persönliche Artefakte – und erzeugen einen läuternden Raum, in dem die Zeit stillzustehen scheint, als wären die Künstler*innen in einer Erinnerungskapsel gefangen – oder selbst zu ihr geworden. Im Zentrum dieser Erfahrung liegt die Unfähigkeit, sich wirklich auszudrücken oder auszubrechen. Dieses Werk verkörpert die Absurdität des Daseins, in dem Wiederholung, Ironie und Aufrichtigkeit zu einer melancholischen und doch merkwürdig hoffnungsvollen Schleife verschmelzen.

Der zweite Teil – Utrennik – ist eine multidisziplinäre Kollektivarbeit von neun Künstlerinnen, in der der Klang im Mittelpunkt steht – verbunden mit Video und Performance zu einer Art Totalinstallation. Die Arbeit taucht ein in den „Utrennik“ – eine sowjetische Kinderveranstaltung am Morgen, ein Ritual, bei dem billige Kostüme und inszenierte Magie kaum die dahinterliegende Leere verbergen konnten. Für viele, die in postsowjetischen Ländern aufgewachsen sind, wurde der „Utrennik“ zum Symbol ermüdender Wiederholung, einer Kreativität ohne Schöpfung, eines Glücks ohne Hoffnung. Hier kehrt er zurück als Metapher für gebrochene Versprechen und nie eingetretene Zukünfte. Die Zeit biegt sich in sich selbst zurück. Die Performerinnen treiben wie Geister durch den Raum. Nichts beginnt. Nichts endet. Der Raum bleibt mehrdeutig – ein Schulauditorium, ein Klassenzimmer, eine Neujahrsfeier oder eine Abschlusszeremonie? Das Publikum kann sich frei bewegen oder still an der Wand verweilen – wie bei jenen Festen, bei denen man nie so recht mitfeiern wollte.

Mitwirkende

yulia arsen

kĂĽnstlerin

Yulia Arsen ist eine interdisziplinäre Künstlerin, die an der Schnittstelle von Tanz, Theater und zeitgenössischer Kunst arbeitet. Sie studierte zeitgenössischen Tanz in München (Iwanson) und Kassel (SOZO vim) und präsentierte anschließend ihre eigenen Arbeiten u. a. im Radialsystem (Berlin), mumok (Wien), SAAL Biennaal (Tallinn), WHAT NEXT Festival (Limerick), Iridescent Festival (Bukarest) und anderen. Ihr Solo „plastic bag“ wurde für AEROWAVES Twenty22 ausgewählt. 2023 feierte ihr Solo „the whip“ Premiere bei ImPulsTanz. Seit 2025 in Paris ansässig, gründete sie ihre Kompanie Bedroom Community als Raum für verkörperte Reflexion und kollektives Neudenken postsowjetischer kultureller Codes.

Kontakte

© 2023-2025 VOICES, Alle Rechte vorbehalten
ImpressumDatenschutz
Forever Lost — Voices Berlin Festival